© Werner Brunnbauer 2018

Meike Harten

geboren in Hamburg, absolviert 1985 auch dort ihre Schauspielausbildung.
Nach Festengagements am Landestheater Detmold und am Schauspielhaus Graz, kehrt sie in ihre Heimatstadt zurück und spielt hier an fast allen Theatern. 2010 wird sie mit dem Hamburger Theaterpreis in der Kategorie

„Beste weibliche Schauspielerin“ ausgezeichnet.
Seit 2002 erweitert sie ihren Schaffenskreis und führt Regie.

Theaterhäuser an denen Meike Harten bisher arbeitete:
Hamburger Kammerspiele, Ernst Deutsch Theater Hamburg, Schauspielhaus Hamburg, Altonaer Theater Hamburg, Theater Kontraste Hamburg, Komödie Winterhuder Fährhaus Hamburg, Theater am Kurfürstendamm, Schauspielhaus Graz, Theater im Zentrum Wien, Kasemattentheater Luxembourg, Komödie Dresden, Landestheater Detmold, Burgfestspiele Mayen, Festspiele Heppenheim und Bad Hersfelder Festspiele.

 

Interview

Regie oder Schauspiel ?

Immer eine Frage des Moments. Hängt aber auch von anderen Qualitäten ab.

Was ist das beste an beiden Berufen ?

Das jede anstehende Produktion immer wieder neu ist und trotz Erfahrung, eine andere Herangehensweise benötigt. Egal ob ich spiele oder inszeniere, der Feind heisst Routine.

Hat sich deine Einstellung zum Schauspielerberuf verändert, seitdem du Regie führst ?

Ja. Ich lasse mir seitdem vielmehr Raum beim Proben und beim Spielen mit meinen Partnern. Ich bin nicht mehr so streng mit mir selbst und versuche unmittelbar zu sein. Als Regisseurin habe ich von außen sehen können, dass Schauspieler oft gnadenlos mit sich selbst sind, wenn sie glauben, etwas nicht "gut gespielt" zu haben. Oft sind es aber gerade die Momente, die am spannensten sind. Seitdem liebe ich auch Texthänger.

Und was noch ?

Ich weiß, was Regisseure an Schauspielern nerven kann. Da habe ich mir auch einiges abgewöhnt. (lacht)

Beflügeln sich beide Berufe oder stehen sie sich im Weg ?

Für mich beflügeln sie sich. Ich lerne für beide durch den Perspektivwechsel. Wenn ich inszeniere möchte ich übrigens nicht selbst spielen wollen und umgekehrt genauso.

 

Was ist wichtiger. Theorie oder Praxis ?

Praxis. Wobei Theorie, vorausgesetzt sie ist inspirierend, das Futter ist.

Welche Rolle spielt Musik in deinen Inszenierungen ?

Eine sehr große. In der Vorbereitungsphase, wenn ich mich mit dem Stück, den Rollen und der Geschichte beschäftige, wühle ich mich durch alle Ebenen in die Materie. Dazu gehören auch Dinge, die ich intuitiv und sinnlich damit verbinde. Nach Musik suche ich wie ein Trüffelschwein mit unendlicher Geduld. Wenn ich sie gefunden habe, weiß ich, dass ich das Wesen des Stückes für mich erfasst habe. Das ist immer ein sehr wichtiger Moment.

Wo siehst du dich in 10 Jahren ? Beruflich ?

Keine Ahnung. Über die Zukunft machen ich mir selten Gedanken. Ich bin mit Herz, Seele, Haut und Haaren bei der jeweiligen Arbeit, aber ich gehöre nicht zu denen, die auf der Bühne ihren letzten Vorhang haben wollen.

Hast du einen Wunsch an den Beruf ?

Überrascht zu werden von mir selbst und durch andere.

Welchen Traum wirst du dir, deiner Meinung nach, nie erfüllen können ?

Auf einem wilden Pferd am Meer entlang zu galoppieren.